Hallo Tomáš und Léňa,
ich schicke euch ein paar Zeilen, als Rückmeldung für das, was ihr tut, und auch für alle, die noch überlegen oder nach Gründen suchen, in die Dunkelheit zu gehen.
Wie war mein Dunkelretreat?
Es ist fast einen Monat her, dass ich das Heiligtum verlassen habe, die schöne Euphorie der Rückkehr ist leider vorbei, aber nicht alles von der Dunkeltherapie ist vergangen. Im Gegenteil, vieles ist neu. Oder es kommt mir nach dem Dunkelretreat zumindest neu vor.
Viele Leute fragen mich, wie es war. Meine Antwort hat sich auf diesen Satz eingependelt: „So schwer es war, das Licht auszumachen, so schwer war es auch, es wieder anzumachen.“
So wie viele nicht genau sagen können, warum sie in die Dunkelheit wollten, wusste auch ich nicht genau, was es war, das mich dorthin zog. Jetzt weiß ich es. Es war eine unglaubliche Ruhe in allen Formen, wie sie sich jemand, der die Dunkelheit nicht kennt, nicht vorstellen kann. Das war der Hauptgrund, warum ich die Dunkelheit gesucht habe. Ich musste abschalten, mich ausruhen, alles um mich herum anhalten. Mein Körper und mein Kopf wussten schon nicht mehr, wie sie mir zeigen sollten, dass in mir etwas los ist. Von Schlaflosigkeit über Magenprobleme, ständige Unruhe in Armen und Beinen, Vergesslichkeit, unangemessene Reaktionen gegenüber Umfeld und Familie bis hin zu kleinen, unnötigen Verletzungen….. und der Körper schrie…. mit dir stimmt etwas nicht, tu was dagegen! Ja, aber was? Urlaub, Freunde, Hobbys, Familie, das alles half nur kurz und irgendwie oberflächlich, ohne Lust, ohne Erlebnisse oder Freude an irgendetwas. Die Entscheidung für ein Dunkelretreat fiel mir sehr leicht. Es war nämlich der letzte Versuch, da rauszukommen.
Meine Befürchtungen vor der Dunkelheit waren so halb und halb. Wie schaffe ich die Woche im Dunkeln, aber vor allem: Was, wenn es mir nicht hilft? Was dann?
Wie geht es nach dem Dunkelretreat weiter?
Ich habe mir ein paar Wochen Abstand gegönnt, um das im Kopf ein bisschen zu ordnen.
Und heute weiß ich, dass mein Dunkelretreat fünf vor zwölf kam und das Beste war, was ich tun konnte.
Wie geht es mir nach dem Dunkelretreat?
Es ist seltsam, aber entweder ist seit meiner Rückkehr nichts Schlimmes passiert, oder alles um mich herum läuft weiter wie vorher, nur sehe ich es irgendwie anders, gelassen, ohne Emotionen, positiv, mit klarem Kopf, mit ruhigen Entscheidungen, ohne Stress.
In die Dunkelheit bin ich gegangen, um mich auszuruhen. Das habe ich zu 100 % geschafft. Was ich aber als größten Bonus sehe, ist eure Gegenwart, die Begleiter durch die Dunkelheit.
Ausgeruht habe ich mich selbst, aber euch danke ich dafür, dass ihr mir den Weg gezeigt habt, wie es weitergeht.
Bis zu Tränen über mich selbst hat mich die Erkenntnis gebracht, wie einfach dieser Weg sein kann und wie unnötig ich mich abgestrampelt habe.
Jeden Morgen halte ich inne, schließe die Augen, atme tief und erinnere mich an dieses „unbeschreibliche, ruhige, reine Sein im Dunkeln“, und es hilft.
Also danke.
Luboš


