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Dunkelretreat: Ich spürte, dass ich nur Liebe bin

Dunkelretreat: Ich spürte, dass ich nur Liebe bin

Vier Jahre Elternzeit und dann endlich Zeit nur für sich. Diesmal erzählt eine Mama, die schon immer ins Dunkle wollte und ihr Dunkelretreat schließlich von ihrem Mann zu Weihnachten geschenkt bekam. Danach wollte sie aus der Dunkelheit gar nicht mehr raus. Was hat sie im Dunkeln gesehen, warum spürte sie beim Üben plötzlich jeden einzelnen Muskel, und wie kam sie zu dem Gefühl, nur Liebe zu sein?

Ich wollte gar nicht mehr raus aus der Dunkelheit

Ich fühle mich super, ausgeruht, und ich muss zugeben, dass ich aus der Dunkelheit gar nicht raus wollte. Es war unglaublich angenehm dort, und ich habe mich sicher gefühlt.

Ich habe das Gefühl, dass ich in den letzten ungefähr zwei Jahren sehr viel langsamer geworden bin. Vorher habe ich ziemlich schnell gelebt, aber jetzt versuche ich, mich mit mir selbst zu beschäftigen, und deshalb werde ich in letzter Zeit langsamer.

Ein Dunkelretreat vom Christkind

Ins Dunkle wollte ich schon immer, und am Ende habe ich es vom Christkind bekommen, also eigentlich von meinem Mann. Ich wollte es ausprobieren. Vor allem habe ich mir aber gesagt, dass ich überhaupt keine Zeit für mich habe, und hier würde ich sie haben.

Zu Hause will ich oft meditieren oder einen Moment für mich haben, aber da gibt es tausend Dinge, die ich erledigen muss. Ständig denke ich: Da steht ein schmutziger Topf und so weiter. Hier hatte ich diese Zeit für mich wirklich und konnte mich ganz mir selbst widmen, und das war einfach super.

Ein Stück Dunkelheit nehme ich mit nach Hause

Ich werde mir auf jeden Fall mehr Zeit für mich nehmen. Ich habe mir gesagt, dass ich ein Stück Dunkelheit mit nach Hause nehme. Dass ich das, was ich hier erlebe, auch zu Hause erleben kann. Es muss nicht nur hier bleiben. Was ich hier gelernt oder ausprobiert habe, kann ich dann auch zu Hause üben.

Langeweile? Ich habe Polarlichter gesehen

Ob ich mich gelangweilt habe? Überhaupt nicht. Ich muss aber zugeben, dass ich den ersten Tag, vielleicht sogar länger, verschlafen habe. Das war wohl das Defizit, das ich aus vier Jahren Muttersein mitgebracht habe. Ich habe viel geschlafen, aber danach war es wahnsinnig angenehm.

Mein Gehirn hat mir vielleicht irgendwelche Bilder vorgespielt, denn es war nicht die ganze Zeit nur dunkel. Ich hatte das Gefühl, als würde ich Polarlichter sehen oder irgendwelche Teile des Universums. Gelangweilt habe ich mich dort ganz bestimmt nicht.

Beim Üben habe ich jeden Muskel gespürt

Ich habe Übungen gemacht, weil mein Rücken im Eimer ist, und es war super. Wenn ich zu Hause übe, denke ich ständig über andere Dinge nach. Hier konnte ich beim Üben meinen Körper wahrnehmen, jeden Muskel, den ich gerade trainiere. Das war unglaublich angenehm.

Zu Hause kann ich mich darauf wohl nicht so gut konzentrieren. Im Dunkeln bleibt mir nichts anderes übrig, also habe ich mich mehr entspannt und mich mehr auf mich selbst konzentriert.

Dusche, Essen und eine Uhr, die vier Stunden vorgeht

Das Praktische war völlig entspannt. Ich bekam den Tipp, alles noch bei Licht auszuprobieren. Als ich das bei Licht ausprobiert hatte, hatte ich alles schon einmal ertastet, und danach war es ganz easy. Ich wusste immer, wo ich langgehen muss.

Ich glaube, ich hatte immer so eine Ahnung, wie spät es ist, nur habe ich wohl vier Stunden voraus gelebt. Ich dachte mir, jetzt müsst ihr mir doch das Essen bringen, es muss schon so acht Uhr abends sein, und dabei war es vielleicht erst vier oder drei. Ich habe bestimmt auch tagsüber geschlafen, aber wann Nacht und wann Tag ist, habe ich wohl geahnt. Wenn ich eine Woche hier gewesen wäre, wäre es wahrscheinlich anders gewesen.

Wenn ich mich in der Zeit komplett verloren hätte, hätte mich das nicht gestört. Ich glaube eher im Gegenteil, das ist irgendwie befreiend. Es war schön, dass die Zeit einfach so dahinfloss und ich nicht genau wusste, wie spät es ist.

Dunkeltherapie: Du wirst nicht verrückt, du findest dich selbst

Denen, die Angst vor der Dunkelheit haben, würde ich sagen: Habt bloß keine Angst davor. Total viele Bekannte haben mir gesagt, dass sie dort in den ersten zwei Stunden verrückt werden würden, und das finde ich einfach Quatsch. Man schläft sich auf jeden Fall richtig aus, was heutzutage auch ein ziemliches Plus ist. Und dann ist man dort mit sich allein und entdeckt sich irgendwie selbst. Ich sehe daran nichts Schlechtes. Im Gegenteil, man findet sich selbst. Ich habe dort noch mehr gefunden.

Zuerst war ich Dunkelheit, dann nur Liebe

Noch eine etwas verrückte Sache. Einmal, als ich richtig ausgeschlafen war und Zeit zum Nachdenken hatte, hatte ich plötzlich das Gefühl, dass ich die Dunkelheit bin. Dass ich ein Teil der Dunkelheit bin und nichts bin außer dieser Dunkelheit. Es war nicht unangenehm, aber zufrieden war ich damit nicht.

Und dann war es, als hätte ich irgendeinen Ballast von mir abgelegt, und ich hatte das Gefühl, dass ich nur Liebe bin. Dass ich die Liebe bin, die ich fühle und erlebe, dass überall um mich herum Liebe ist und ich ein Teil davon bin. Dieses Gefühl habe ich mitgenommen, und es war unglaublich schön.

Wir haben für dich die häufigsten Fragen zusammengestellt, die sich Menschen stellen, bevor sie sich für die Dunkeltherapie entscheiden.

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