
Es ist ein paar Jahre her, dass ich zum ersten Mal von der Dunkeltherapie gehört habe, und sie hat mich sehr fasziniert. Damals war ich aber noch nicht bereit für ein Dunkelretreat, und nach und nach geriet der Gedanke in Vergessenheit. In den letzten Monaten habe ich gespürt, dass mich mein anstrengender Lebensstil (Manager, Sportler) auslaugt und dass ich meine täglichen Gewohnheiten nicht mehr mit Freude und Begeisterung verband, so wie früher. Ich habe keine Zeit für mich selbst gefunden und meinen Geist ständig mit oberflächlichen Tätigkeiten beschäftigt. Ein eintöniges Leben voller negativer Gedanken hat mich in eine innere Leere getrieben, und das alles mit meinen 28 Jahren. Ich spürte, dass es Zeit war, etwas Grundlegendes zu tun, und mir kam wieder der Gedanke an ein Dunkelretreat in den Sinn.
Den Ort für mein Dunkelretreat habe ich sorgfältig ausgewählt
Ich habe im Internet mehrere Websites gelesen, und obwohl ich am anderen Ende des Landes wohne, haben mich das Entgegenkommen und die Offenheit angesprochen, mit denen sich Tom und Lenka auf ihrer Website präsentieren. Damit war mir sofort klar, wo mein Dunkelretreat stattfinden würde.
Bevor ich zum Dunkelretreat kam
Mein Retreat „begann“ 4 Tage vor der Anreise, gleich nachdem ich die Bestätigung für einen freien Termin über 5 Tage (6 Nächte) bekommen hatte. Von da an konnte ich an nichts anderes mehr denken, in meinem Kopf wirbelten ständig Gedanken darüber, was ich dort tun werde, was mich dort erwartet, Angst wechselte sich mit Begeisterung und Euphorie ab. Ich war aber fest entschlossen, in die Dunkelheit zu gehen, und spürte, dass es das Richtige war.
Die Gefühle, Gedanken, Visionen und Erlebnisse zu beschreiben, die sich während des Dunkelretreats abgespielt haben, würde eine sehr lange Erzählung ergeben, und in Worte lassen sie sich nur schwer fassen. Allgemein habe ich aber viele Augenblicke und Momente erlebt, die ich zum ersten Mal im Leben erlebt habe und die man in der realen Welt gar nicht erreichen kann. Und allein für diese Momente hat es sich gelohnt, in die Dunkelheit zu gehen.
Nach dem Dunkelretreat
Ich bin ohne ein konkretes Ziel in die Dunkelheit gegangen, ich wollte alles irgendwie von selbst fließen lassen. Angetrieben hat mich der Gedanke an die unendlichen Möglichkeiten, die sich ergeben könnten. So ähnlich wie früher als Kind, wenn ich ein Überraschungsei aufgemacht und mir voller Begeisterung ausgemalt habe, was alles darin sein könnte.
Nach der Rückkehr ins normale Leben habe ich keine deutlichen Veränderungen gespürt, bis mir mehrere Leute sagten, dass ich ausgeglichener wirke. Ich selbst habe das nicht so wahrgenommen, aber ich habe darüber nachgedacht und gemerkt, dass ich viele Dinge anders sehe.
Ich habe angefangen, mehr über meine Gefühle nachzudenken, und hatte keine Angst mehr, Zeit nur mit mir selbst zu verbringen. Zum Beispiel: Nach langen Jahren habe ich mir Zeit für einen ruhigen Spaziergang allein in den Park genommen, wo ich mich auf eine Bank gelegt und alles um mich herum beobachtet habe. Etwas, das für mich früher völlig sinnlos gewesen wäre.
Die Dunkeltherapie hat mir geholfen, ruhiger zu werden
Ich hetze nicht mehr so sehr und versuche, meine Zeit selbst zu steuern, statt mich von ihr steuern zu lassen. Ich betrachte Situationen mit mehr Abstand (der Stau verschwindet nicht, nur weil ich mich ärgere, dass ich es nicht rechtzeitig schaffe). Natürlich passieren diese Dinge nicht automatisch, ich bin mir ihrer nur bewusster.
Ich denke mehr über meine Tätigkeiten nach und darüber, welchen Sinn sie für meinen Geist und meinen Körper haben. Ich möchte die Freude am Volleyball zurückgewinnen, mit der ich früher nach dem Spiel mit Freunden nach Hause ging. Mir fehlt nämlich diese kindliche Begeisterung für Kleinigkeiten und die Hingabe selbst an die gewöhnlichsten Dinge.
Das Wichtigste ist aber, dass ich mir seit dem Dunkelretreat meiner Gefühle in bestimmten Situationen mehr bewusst bin, darüber nachdenke, wie dieses Gefühl entsteht und wie ich es durch ein besseres ersetzen kann.
Sicher habe ich nicht alle Wirkungen erwähnt, die die Dunkelheit auf mich hatte, aber das sind die größten.
Zum Schluss: Die Dunkelheit an sich ist etwas absolut Zauberhaftes, Sicheres und Schönes. Angst und Befürchtungen vor der Dunkelheit entstehen nur in unserem Kopf, in unserer Fantasie und in unseren Gedanken. Das Dunkelretreat war für mich die bewussteste Zeit, die ich je im Leben verbracht habe. Andererseits war es auch die schwerste Prüfung, die ich erlebt habe. Ich bin wirklich stolz auf mich.
Vielen Dank an Tom und Lenka für die Gespräche, die mir Kraft für die nächsten Tage gegeben haben, und ein besonderer Dank gilt Lenka für die absolut exklusive Küche, die ich in Gedanken heute noch genieße 🙂
Tomáš


