Hallo zusammen,
In der Dunkelheit konnte ich alle Gefühle von Angst, Ohnmacht, Panik, Wut und Traurigkeit in der höchsten Intensität spüren, die ich je erlebt habe. Und ich hatte wirklich große Angst davor, was ich dort finden würde. Andererseits habe ich das Gefühl, dass ich jetzt weiß, was in mir ist, und dass ich vielleicht befürchtet hatte, es würde schlimmer sein. Es war für mich aber sehr anstrengend, all den Schmerz zu durchleben, der wer weiß seit wann in mir liegt. Zumindest habe ich das Gefühl, dass ich gelernt habe, mit diesen Emotionen besser umzugehen, auch im normalen Leben, aber ich lerne immer noch.
Vor dem Aufenthalt habe ich auf der Website viele positive Berichte gelesen, wie die Leute ruhig herauskamen, voller Licht und was weiß ich noch alles Positivem. Danach habe ich dann auch diese Niederlage gespürt, dass mir das nicht gelungen ist. Mehr geholfen hat mir dagegen zu hören, dass Leute früher abreisen oder später sogar zurückkommen, um den Aufenthalt zu beenden. Dann fühlte ich mich nicht mehr so unter Druck, dass ich es schaffen muss.
Ich weiß, dass dieses Gefühl meine Sache ist. Mein ganzes Leben höre ich, dass ich etwas durchhalten muss, und immer wieder rede ich mir ein, dass ich es nicht muss. Der Prozess geht einfach weiter, und in mir hat sich bestimmt etwas stark bewegt – wenn man sich verändern will, muss man es sowieso selbst tun.
Liebe Grüße,
Lenka


