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Sex, Dunkelheit und Rock’n’Roll

Pobyt ve tmě kytara

Geburt

„Hier ist es dunkel wie im Bärenarsch“, sagte ich mir, als ich die Augen öffnete. Man sah überhaupt nichts, und das schon den sechsten Tag am Stück. Trotzdem wiederholte ich den Satz noch einmal, als eine Art inneren Witz, als Erinnerung an die bizarren Umstände.

Es passiert mir, dass ich mich in manchen Situationen frage: „Wie zum Teufel bin ich hierher geraten?“ Und das war eine davon. In diesem Fall war die Antwort ziemlich einfach. Ich hatte mir ein einwöchiges Dunkelretreat organisiert. Mit dem Gedanken, mich in eine dunkle Einzelzelle einschließen zu lassen, hatte ich schon gut zwei Jahre gespielt. Es kam mir wie eine gute Möglichkeit vor, mich von der Welt zu erholen und ein bisschen auch von mir selbst, genauer gesagt von meinem gehetzten Ich. Eine Freundin von mir, die die Verhältnisse im Dunkeln zumindest vom Hörensagen kennt, sagte mir, dass es nicht so einfach sein muss, im Dunkeln mit sich allein zu sein. Man könne dort angeblich seinen Hirngespinsten begegnen, die geradezu reale Ausmaße annehmen können. Das hat mich umso mehr interessiert – ich erfahre gern Dinge über mich.

Trotzdem tat es mir immer noch leid, sieben freie Tage „wegzuwerfen“. Stattdessen könnte ich doch in die Berge fahren, auf die Hütte, etwas erschaffen, reparieren und so weiter. Deshalb habe ich es lange auf unbestimmte Zeit verschoben. Aber das Samenkorn der Idee war gesät und keimte. Gegossen wurde es ganz regelmäßig durch meine Kunst, mich selbst mit Arbeit, Pflichten und Hobbys zu überhäufen. Dann bekam das Samenkorn eine ordentliche Portion Dünger, als der Termin meiner Hochzeit näher rückte. Ich kam zu dem Schluss, dass das eine gute Gelegenheit sein könnte, mich vor so einem großen Schritt zu erholen. Und gründlich über mich nachzudenken und darüber, wie ich die Frage im Trauungssaal nach bestem Wissen und Gewissen beantworte.

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