„Das ist mein Raum. Hier bin ich.“ Mit diesen Worten beschrieb unser Gast einen der stärksten Momente seines Aufenthalts. Die Dunkelheit war für ihn kein Hindernis – sie wurde zu einem sicheren Raum, in dem er endlich er selbst sein konnte, ohne Druck und ohne Erwartungen.
Zur Entscheidung, eine Dunkeltherapie zu machen, brachte ihn die Erfahrung seiner Frau. Sie hatte das Retreat schon hinter sich, und ihre Erzählungen inspirierten ihn. Er wollte sich aber nicht nur führen lassen – er spürte das Bedürfnis, selbst da durchzugehen und herauszufinden, was er in sich trägt. „Ich wollte es zuerst allein ausprobieren, herausfinden, was da bei mir ist. Ich wollte nicht gleich mit ihr hingehen.“
Im Dunkeln traten einfache, aber starke Eindrücke hervor. Zum Beispiel der Geschmack des Essens. „Ich habe mich nicht aufs Essen an sich gefreut, sondern auf die Geschmäcker. Die waren ganz anders.“ In einem Raum ohne Licht werden auch gewöhnliche Dinge zu einem tiefen Erlebnis – genau das macht ein Dunkelretreat so besonders.
Der entscheidende Moment war jedoch nicht die Dunkelheit selbst, sondern die Rückkehr aus der Dunkelheit nach draußen. Als er nach einigen Tagen wieder die Sonne sah, spürte er reine Freude. „Als ich der Sonne entgegenging, wurde mir klar: Das ist es.“ Es war die Freude über die Rückkehr, aber auch über die Erkenntnis – dass der Weg durch die Dunkelheit Sinn ergibt und Antworten bringt, die im Licht verborgen bleiben.
Das Dunkelretreat war für ihn keine Flucht. Es war ein Schritt hin zu sich selbst. Ein Raum, in dem er durchatmen, innehalten und hören konnte, was der gewöhnliche Tagesrhythmus oft übertönt. Und wie er selbst sagt – „das war es“.
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