Hallo, ihr lieben Rouds, ich hab hier was für die anderen Teilnehmenden zusammengeschwitzt :)))!
Das Dunkelretreat
Als ich zum ersten Mal von der Dunkeltherapie hörte, zog es mich sofort an, so eine Erfahrung zu machen. Auf YouTube habe ich mir ein paar Erlebnisse anderer Menschen angehört, sehr schön ist der Dokumentarfilm “ V objetí tmy“, und ich habe auch das Buch „Tvarytmy“ von Jaroslav Dušek gelesen. So geschult trat ich an einem Samstag meinen eigenen Weg durch die Dunkelheit bei Familie Roud an, deren Website mich überzeugt hatte, dass ich in den besten Händen sein würde.
Nach einer herzlichen Begrüßung durch die Familie und ihre wunderschönen Hunde habe ich mein künftiges Heiligtum gründlich angeschaut ( all meine Ängste vor Spinnen, die irgendwo in einer Ecke lauern, lösten sich in Luft auf – alles war blitzsauber, hell und einfach, um sich im Dunkeln zurechtzufinden) und meine einwöchige Reise durch die Dunkelheit begann mit dem Ausschalten des Lichts.
Kompromisslose Dunkelheit
Die Dunkelheit war vollkommen, hundertprozentig und kompromisslos, wie wir sie in der Stadt nie erleben können. Ich bat sie, freundlich zu mir zu sein, eine gute Kameradin, und mich die ganze Woche zu beschützen, und das hat sie wirklich erfüllt…..keine Ängste, keine unangenehmen Erlebnisse und keine Sorgen wegen der langen Zeit im Dunkeln haben mich die ganze Zeit über heimgesucht. Eher erlebte ich seltsame Lichterscheinungen, ich nannte sie 3D-Tapeten: An Wänden und Decke bildeten sich verschiedene Muster, zum Beispiel Steinwände wie in einer Höhle oder verzierte Gitter, auch verschiedene Möbel und Bilder, Blumentapeten….und alles schien aus den Wänden herauszutreten und ließ Wände und Decke schief wirken, die sich zum Beispiel nach unten neigte….das war unglaublich spannend, und der Weg zur Toilette war manchmal ein tolles Abenteuer – das alles aber nur in grauen, nicht sehr scharfen Tönen. Wahrscheinlich erlebt es aber jeder im Dunkeln anders. Für mich war es eine beruhigende, nachdenkliche und meditative Zeit, wie man sie im gewöhnlichen Trubel und der Hektik des Alltags nicht finden kann.
Tomáš und Lenka haben sich wunderbar um uns drei (in drei Hütten) gekümmert. Ihr Kommen, jeden Tag zu einer anderen Zeit, war für mich ein Anhaltspunkt, dass wieder ein Tag vergangen war, und die zweite Hälfte des Aufenthalts verging, zumindest für mich, schneller.
Das Ende des Dunkelretreats
Plötzlich war der Morgen da, an dem ich wieder….ganz, ganz langsam…die unermessliche Schönheit des Seins im Licht erblickte, die ein Mensch, der nie längere Zeit im Dunkeln verbracht hat, ganz selbstverständlich nimmt. Die Dunkelheit hat mir große Demut geschenkt, Bewusstsein und das Glücksgefühl, ein kleiner Teil dieser Schönheit sein zu dürfen, die wir jeden Tag, immer wieder aufs Neue erleben dürfen.
Danke an Tomáš und Lenka für dieses einzigartige und großartige Erlebnis. Ich empfehle allen ein Dunkelretreat, denn nachdem man ins Licht hinausgeht, werden die Werte des Lebens ein bisschen neu gemischt :)))!
Mit einem Lächeln, Liebe und Demut grüßt euch alle Věra.


