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Gábi – Ich sehe nicht hinaus, ich sehe nach innen …

Vom Dunkelretreat als Form der Therapie habe ich vor drei Jahren „zufällig“ erfahren. Wir waren gerade mit meinem Partner, einem Freund und einer Freundin auf einer Rucksacktour und zogen durch ein Dorf in der Gegend von Broumov, als uns ein fremder Einheimischer, etwa fünfunddreißig Jahre alt, ansprach und zu sich in den Garten einlud, wo er mit seiner Frau und einem Freund der Familie gerade grillte. Wir blieben mehrere Stunden dort, in einem sehr interessanten Gespräch, in dem wir dank der persönlichen Erfahrung dieses Mannes von der Dunkeltherapie erfuhren. Seitdem habe ich mehrmals über ein Dunkelretreat nachgedacht, auch versucht, es zu planen, aber aus irgendeinem Grund hat es einfach nie geklappt, und ich habe es so genommen, dass die richtige Zeit noch nicht gekommen war. Die sollte erst kommen, und sie kam jetzt …

Kinder versorgt, vorgekocht, vorgebacken, ein Kuss für den Partner … und los geht’s :o)

Die Begrüßung vor dem Dunkelretreat

Tomáš hat mich sehr freundlich begrüßt, erklärt, was wie läuft, und gesagt, dass er mir ein Handtuch bringt, während ich das Nötigste auspacke. Also habe ich mit dem Licht vom Handy meine Sachen unter dem Bett in der gemütlichen, duftenden Hütte verstaut, mich aufs Bett gesetzt und das Handy ausgeschaltet. Nach etwa ein, zwei Minuten überkam mich panische Beklemmung bis hin zur Hysterie, ich stürzte zur Tür hinaus und brach in Tränen aus, wozu auch die Vorstellung beitrug, dass ich das, was ich dort zurücklassen wollte, wieder mit nach Hause nehme, nicht verstehe, nicht annehme … .Kurz darauf tauchte Tomáš mit dem Handtuch auf, und ich sagte ihm weinend, dass ich das nicht schaffe. Weil es regnete, gingen wir dann doch beide hinein und unterhielten uns. Tomáš hat mit seiner Art sofort mein Vertrauen gewonnen, und ich hatte das Gefühl, dass wir uns nicht erst seit ein paar Minuten kennen, sondern schon immer. Wir haben vielleicht eine Stunde, vielleicht zwei geredet, und ich habe mich entschieden zu bleiben.

Was sich in den Tagen und Nächten danach abspielte, ist schwer zu vermitteln. Wenn man die Welt um sich herum nicht anschauen kann, fängt man wohl oder übel an, in sich hineinzuschauen … und da kommen Sachen … Nach zwei Nächten kam der größte Wendepunkt. Ich finde keine besseren Worte, als dass mir auf irgendeine Weise die Augen aufgingen. Plötzlich ergab mein Leben und alles, was mir in 35 Jahren passiert war, einen Sinn. Ich sah die Zusammenhänge, eins als Folge des Vorherigen und als Vorbereitung auf das Nächste, und immer wieder, und das im Namen der Entwicklung. Die verschiedensten Situationen, Schmerzen und Kränkungen, Signale und Zeichen, so vieles konnte ich mir noch einmal anschauen. Dank der Erkenntnis, zu der ich dort gelangt war, habe ich diesmal aber alles anders wahrgenommen und erlebt. Ich spürte eine unbeschreibliche Erleichterung und Freude und zugleich tiefe Dankbarkeit, Liebe, Demut und Achtung vor allem und allen, was ich mir nur vorstellen konnte, mich selbst eingeschlossen, und das war bis dahin ein völlig unbekanntes Gefühl.

Nach der Dunkeltherapie

Während ich diese Worte schreibe, sitze ich am Fenster. Jedes Mal, wenn ich hinausschaue, staune ich. Nie hätte ich früher geglaubt, wie schön so ein nebliger Tag sein kann, ich erkenne die Umrisse der Pappeln, bewundere den Raureif auf dem Dach meines Autos und das Bild, das ein Kinderfinger heute Morgen auf seine Tür gemalt hat … ich habe gesunde Augen, ich sehe, Gott, ich danke dir. Danke, danke.

Gábi

PS: Von unserem Wanderquartett bin ich die Zweite, die ein Dunkelretreat gemacht hat. Die Dritte von uns hat gerade einen Termin reserviert …

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