608 08 33 33

Kuba – das Dunkelretreat war SUPER!

Dunkelretreat – digitale Antenne
Image courtesy of franky242 at FreeDigitalPhotos.net

Hallo,

es war super bei euch! Wirklich. Vor der Dunkelheit hatte ich weder Angst, noch hab ich mich darauf gefreut, einfach neutrale Gefühle. Mein Ziel war klar – mal Pause von der digitalen Welt, vom Licht, von Displays, von Elektronik, ein bisschen auch von Leuten, und vor allem ausprobieren, ob ich das packe oder das Dunkelretreat nach ein paar Stunden hinschmeiße…

Ich kam abends im Dunkeln an, Tom zeigte mir schnell meine kleine Hütte, erklärte mir alles Nötige, brachte mir Obst und Tee, in einer Box Müsli, ich hab geduscht, ein paar Fotos an Kumpels geschickt, das Handy ausgemacht und das Licht ausgeknipst…

Die erste Nacht hab ich kaum geschlafen, ich schätze, ich hab eine, zwei Stunden geschlafen, dann eine Stunde ins Dunkel gestarrt, und so ging das im Grunde bis zum „Morgen“, als ich gar nicht mehr einschlafen konnte… Plötzlich klopf klopf, und da war das erste Essen. Ich wollte mir nicht sagen lassen, was ich esse, und kann das allen nur wärmstens empfehlen. Das Essen ist wirklich famos, vor allem die Suppen, keine faden Kindersuppen wie aus der Kantine, sondern super duftende Kartoffelsuppen mit Pilzen…eine fantastische Linsensuppe.. dazu tolle Salate mit Ziegenkäse, ein klassischer Schopska-Salat, ich hatte sogar einen Pfannkuchen mit was Süßem :-D, ein super Risotto… das Essen hab ich echt genossen…

Es war mein erstes Dunkelretreat

Weil es mein erstes Dunkelretreat war, wollte ich nicht riskieren, dort vor Langeweile zu sterben, also hab ich einen winzigen MP3-Player mitgenommen, der nicht leuchtet und kein Display hat…da hab ich uralte Hörspiele und ein paar Hörbücher draufgepackt, für die ich sonst weder Lust noch Zeit hätte… Musik hab ich absichtlich keine mitgenommen…nur das gesprochene Wort, und das war super…

Peinlicherweise dachte ich auch, dass ich viel trainieren würde, aber in der ganzen Zeit hab ich nur so 100 Liegestütze und ein paar Sit-ups gemacht… Ich hatte auch einen Block und einen Stift dabei und hab mir ein paar Notizen gemacht, die meisten waren mir zu nichts nütze, nichts Bahnbrechendes ist mir im Dunkeln eingefallen… schade :))

Am meisten gequält hat mich wohl, dass ich nicht richtig lüften konnte… die Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung und der Ventilator sind zwar echt nett und tauschen die Luft aus, aber das dauert… ich hab mich wahnsinnig danach gesehnt, „nachts“ die Tür sperrangelweit aufzumachen und durchzulüften… nächstes Mal würde ich das machen…vielleicht mit einem Tuch über den Augen..

Das Dunkelretreat verging wie im Flug

Na ja, und so vergingen sieben Tage wie im Flug.. Plötzlich piepte hinter der Dusche der Wecker, fasziniert hab ich die Tür aufgemacht, tief durchgeatmet und bin rausgegangen… innerhalb kürzester Zeit haben wir uns auch mit den sympathischen Kollegen aus den Nachbarhäuschen bekannt gemacht und sind durchs ganze Dorf spaziert, bis irgendwohin, wo es langsam hell wurde, und die nächsten zwei Stunden standen wir einfach an der Straße und warteten auf die Sonne… Die erste halbe Stunde sind wir wie betrunken herumgetorkelt, bis sich Augen und Gehirn wieder an die 3D-Welt gewöhnt hatten 🙂

Lenka und Tomáš bieten fantastischen Rückhalt, jeder auf seine ganz eigene Art.. Tom bespricht mit dir deine innersten Gefühle, Lenka erzählt dir auch mal einen dreckigen Witz oder hört sich gern deinen an… Jedenfalls sind sie für dich da, und wenn du sie brauchst, helfen sie, wenn du nichts willst, sind sie in einer Minute verschwunden…

Ein paar Tipps für Leute, die sich echt langweilen würden:

– die Zeit kann man daran messen (schätzen), wie der Tee in der Thermoskanne abkühlt… wenn er auch nach längerem Wachsein noch kochend heiß ist, dann ist es echt noch nicht Morgen… lauwarmer Tee = gleich kommt das Essen 😀

– die Dusche hilft unglaublich gegen Langeweile, auch wenn es nur 10 Minuten sind, sie hat mir immer eine seltsame Energie gegeben, und die Zeit verging dann viel schneller

– lieber kühl als warm, die Heizung hab ich fast nie angemacht, die Hütte ist gut isoliert, bei den Februarstürmen war es zwar ein bisschen kalt, aber dafür schläft man viel besser, echt..

– ein Riesenspaß ist es zu zählen, wie viele Stunden man (geschätzt) schon hinter sich hat und wie viele noch bleiben…

Ein paar Tipps für Tom und Lenka:

– der Pflaumen- oder Kirschbaum bei der ersten Hütte hat schon ein paar Zweige auf dem Dach liegen, und es nervt echt, wie die die ganze Zeit übers Dach kratzen… für psychisch Labilere kann das auch ein bisschen scary sein 😀

– die Duschkabine ist echt winzig, die Hydromassage hab ich gar nicht erst ausprobiert… ich hätte lieber eine ganz normale, aber geräumigere Kabine 🙂

– die Matratze war okay, aber nach einer Woche merkt man echt, dass sie auf einfachen Brettern liegt und nicht auf einem Lattenrost…ein ganz normaler von IKEA für ’nen Tausender würde reichen – das verbessert den Schlafkomfort enorm :))

– ich würde ein paar Haken anbringen, damit man das Handtuch und vielleicht auch die Klamotten, in denen man angekommen ist, aufhängen kann… damit das nicht auf dem Boden rumliegt…

– und was mega mega super wäre (vor allem im Winter): im warmen Wasser auf den Sonnenaufgang warten… (ein Whirlpool oder ein einfacher Badebottich…) Man kommt raus in die Kälte und wartet in der Kälte auf die Sonne… dafür würde ich glatt mit Gold bezahlen… wir haben uns aufgewärmt, indem wir auf der Straße hin und her gerannt sind 😀 😀 Also – versucht doch, ein paar m2 irgendwo hinterm Dorf zu kaufen/pachten und dort für den Winter so was Tolles hinzustellen… ich glaube, dann werden euch alle noch mehr lieben 😀

Ciao

Kuba

 

Ähnliche Erfahrungen

Reservierung