
Liebe Leni, lieber Tomáš,
es sind acht Monate vergangen, seit ich bei euch ein Dunkelretreat verbracht habe, und erst jetzt nehme ich wahr, wie die Dunkelheit mich und mein Leben beeinflusst hat.
Ich möchte euch noch einmal von Herzen danken für das, was ihr tut.
Im Dunkelretreat habe ich tiefe Ruhe und Liebe gefunden
Nach der Rückkehr „aus der Dunkelheit“ war ich etwa einen Monat lang erfüllt von tiefer Ruhe und Liebe. Ich spürte Versöhnung. In mir klang noch all das nach, was ich in der Dunkelheit erlebt und gesehen hatte. Mit der Zeit begann ich die Sehnsucht zu spüren, das alles noch einmal zu erleben und den Sinn der Dinge zu finden und zu verstehen, die ich nicht verstanden hatte. Andererseits flüsterte mir eine kleine innere Stimme zu, dass ich schon alles weiß, was ich wissen muss. Ich war überzeugt, dass ich die Antworten kenne und mein Ego im Griff habe, während es in Wahrheit langsam anfing, mich im Griff zu haben. Das wollte ich mir aber nicht eingestehen, und so musste ich durch eine kleine Lektion gehen 🙂
Das Ego lässt sich nicht beherrschen
Es gab einige Situationen, die mir wieder die Augen geöffnet haben. Es war ein monatelanger Prozess voller Herumtasten, Neubewerten und Tränen, an dessen Ende Erleichterung auf mich wartete, in Form der Einsicht, dass ich weiß, dass ich nichts weiß.
Endlich kam die Demut, die ich in der Dunkelheit gefunden und im Alltag nach der Rückkehr wieder verloren hatte. Eigentlich war es gar nicht möglich, etwas zu verlieren oder zu finden, nur es zu erkennen, denn gerade das Bewusstwerden ist jetzt die Dunkelheit und das Licht meines Lebens.
Manchmal sehne ich mich nach der Dunkelheit, nach ihrer samtigen Umarmung voller Ruhe, nach diesen wunderschönen Visionen, und dann erinnere ich mich an die zwei Nächte, in denen ich eine Angst erlebt habe, so tief, dass sie mich gelähmt hat, und mir wird klar, dass das Schönste und Wichtigste, was ich aus der Dunkelheit mitgenommen habe, war, mich selbst zu finden und zu verstehen, dass es wirklich nur darauf ankommt, bewusst zu leben und jeden Moment jedes Tages voll zu genießen.
Die Dunkelheit hat mir geholfen, inneren Frieden und Ruhe zu finden, mir meiner selbst bewusst zu werden und zu verstehen, dass man vor dem Alleinsein keine Angst haben muss. Sie hat mir geholfen, mich mit dem Gehen meiner Lieben zu versöhnen, sie hat mir schöne Wahrheiten und so tiefe Einsichten enthüllt, dass ich sie fälschlicherweise auf meine Art gedeutet und ihre Schönheit nicht verstanden habe.
Bis heute klingt das alles in mir nach, und ich bin unendlich dankbar und glücklich, dass ich die Möglichkeit hatte, das alles zu erleben.
Vor dem Dunkelretreat war ich voller Sorgen
Die Leute sagen mir, dass ich mich verändert habe, dass ich Ruhe ausstrahle, und ich selbst spüre es auch so, und das macht mich glücklich, denn vor dem Retreat war ich noch voller Sorgen, Erwartungen und Unruhe…
Ich bin nicht besser und auch nicht weiser, nur versöhnt und irgendwie frei. Ich spüre nicht mehr diese innere Anspannung wie früher, und Kleinigkeiten regen mich nicht mehr so auf. Ich fühle mich endlich glücklich, ohne erkennbaren Grund. Manchmal ertappe ich mich dabei, dass mir Blödsinn durch den Kopf geht und ich hohlen Quatsch von mir gebe, zum Glück merke ich das jetzt wenigstens 😀
Mir ist klar geworden, dass ich mich wirklich in jedem Moment entscheiden kann, wie mein Leben sein wird. Oder eher, wie ich es und alles, was darin passiert, betrachten werde.
Ein Dunkelretreat gibt jedem genau das, was er braucht. Mein inneres Bedürfnis – meine Sehnsucht – war es, inneren Frieden und Ruhe zu finden.
Danke, dass mir das durch euch möglich wurde :-))
Von Herzen und mit Respekt für das, was ihr tut
Lenka


