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Jirka – Das Dunkelretreat würde ich gern wiederholen

Hallo Lenka und Tomáš,

nach dem Dunkelretreat gingen und gehen mir immer noch viele Gedanken durch den Kopf, aber das ist wohl ein normaler Zustand, und ich glaube nicht, dass das etwas Neues oder Interessantes ist.

Natürlich habe ich mir, wie wohl fast jeder, vor dem Gang in die Dunkelheit die Erfahrungen anderer Leute durchgelesen. Nicht etwa, weil ich wissen wollte, was mich erwartet, oder gar, was ich erleben sollte und wollte, sondern weil ich teilweise Angst davor hatte, was kommen würde und ob ich nicht davonlaufe. Die Gefühle direkt vor dem Ausschalten des Lichts würde ich mit denen vergleichen, die ich bei meiner Fallschirmausbildung hatte. Riesige Vorfreude und auch ordentlich Angst.

Soll das jetzt wirklich sieben Tage lang so sein? 

Das Gefühl nach dem Ausschalten des Lichts hat mich nicht enttäuscht. Die Mischung aus Angst und dem Gefühl der Vergeblichkeit, dass „das jetzt wirklich sieben Tage lang so sein soll“, war fast unerträglich. Alle Vorsätze, wie ich trainieren, mich dehnen oder einfach nur in Ruhe meditieren würde, waren völlig unvorstellbar. Ich habe die Situation gelöst, indem ich einfach ins Bett gekrochen und eingeschlafen bin.

Ich begann, mich an die Dunkelheit zu gewöhnen

Am nächsten Tag war es schon etwas besser, und mein Kopf hat dafür gesorgt, dass es nicht langweilig wurde. Es ist schwer, das in Worte zu fassen, aber ich konnte trainieren und begann, mich an die Dunkelheit zu gewöhnen.

Die Krise des physischen Körpers kam am dritten Tag. Hartnäckige, fast migräneartige Kopfschmerzen meldeten sich und mit ihnen weitere Anzeichen der Reinigung wie Erbrechen und Durchfall. Aber innerhalb eines Tages klang alles ab, und am Morgen des vierten Tages stürzte ich mich auf das Obst wie ein ausgehungerter Flughund.

Dann kam die Ruhe… 

Der 5. und 6. Tag waren die Belohnung für die vier Tage davor. Das Gefühl innerer Ruhe (ich weiß nicht, wie ich es beschreiben soll, mir fällt nichts Treffendes ein), das sich einstellte, war etwas Unbeschreibliches. Zu einem großen Teil lag das wohl auch daran, dass das Ende näher rückte und ich mich auf den Weg nach draußen doch freute.

Jedenfalls sehe ich diesen Zustand als Ziel, das ich bei beruhigenden Meditationsübungen erreichen lernen möchte.

Ich trat ins Licht hinaus 

Der Weg nach draußen war viel eindrucksvoller, als ich erwartet hatte, und trotz des strengen Frosts habe ich den Spaziergang auf den Hügel zum Sonnenaufgang ganz bestimmt nicht bereut.
Ich möchte Lenka und Tomáš für ihre herzliche Art und die schöne Umgebung danken.

Der ganze Aufenthalt war sehr eindrucksvoll, und wenn es die Umstände erlauben, würde ich es in ein, zwei Jahren gern wiederholen.

Macht’s gut,

Jirka

 

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