Wenn du dich für ein Dunkelretreat (Dunkeltherapie) entscheidest, stellst du dir oft die Frage: „Wie lange sollte ich in die Dunkelheit gehen?“
Jedes Dunkelretreat ist anders, und jeder Teilnehmende spürt das Bedürfnis danach auf seine eigene Weise. Trotzdem lassen sich gemeinsame Merkmale und typische Verläufe finden. Die folgenden Beschreibungen sind deshalb eher als Zusammenfassung unserer Erfahrungen zu verstehen.
Ein Dunkelretreat für einen Tag
Die Teilnehmenden beginnen ihr Dunkelretreat oft gegen Mittag und beenden es am nächsten Tag gegen Mittag. Sie bleiben also 20 – 24 Stunden in der Dunkelheit. Auch wenn das manchen wenig erscheinen mag, zeigen unsere Erfahrungen, dass die Teilnehmenden zumindest einmal richtig ausschlafen. Viele Menschen leben nämlich mit einem Schlafdefizit: Nachts ist es bei ihnen nicht dunkel, sie schlafen zu wenige Stunden und dazu noch schlecht. Eine Nacht in der Dunkelheit hilft auch Teilnehmenden, die panische Angst vor der Dunkelheit haben. In einer Nacht können sie erleben, dass die Dunkelheit in Wirklichkeit ruhig und allumfassend ist.
Ein Dunkelretreat für 3 Nächte
Das Hormon Melatonin, das die Fähigkeit stärkt, in sich hineinzuschauen, wird zwar erst zwischen der zweiten und dritten Nacht gebildet, doch sein Spiegel ist dann schon ausreichend hoch. Auch das ist individuell – bei manchen ist der Spiegel schon am ersten Tag hoch, bei anderen erst am vierten. Kurz gesagt: Ein Dunkelretreat von 3 Nächten ist gut für Teilnehmende, die sich keine ganze Woche leisten können. Nach 3 Nächten in der Dunkelheit ist der Körper schon ausreichend erholt, die Teilnehmenden sind wacher und können die Wirkung des Dunkelretreats auch im Wachzustand beobachten. Nach 3 Nächten tritt beim Ende des Dunkelretreats noch kein Gleichgewichtsverlust auf.
Ein Dunkelretreat für eine Woche
Das ist die häufigste Dauer der Dunkeltherapie. Wir vermuten, dass das auch daran liegt, dass unser Organismus an 7-Tage-Zyklen gewöhnt ist. 7 Nächte sind genug Zeit, damit sich die Teilnehmenden richtig ausschlafen können – ein erhöhtes Schlafbedürfnis lässt sich bis zu 4 Tage lang beobachten. Nach vier Tagen beginnt oft das Nachdenken über sich selbst, das Durchgehen des eigenen Lebens und das Durchleben von Situationen, die die Teilnehmenden aus Kindheit oder Jugend mit sich tragen. Manche Teilnehmende wählen auch einen oder mehrere Tage ohne Essen, nur mit Wasser, also ein Fasten. Das Dunkelretreat endet nach einer Woche oft am Morgen. Noch in der Morgendämmerung, wenn die Nacht ihre Herrschaft langsam an die Sonne übergibt und die Welt sich zu färben beginnt. Nach dem Ende des Dunkelretreats tritt bereits ein leichter Gleichgewichtsverlust auf, weil der Körper vom muskulären auf das visuelle Gleichgewicht umschaltet. Dieses Umschalten dauert meist 15 Minuten, in Ausnahmefällen bis zu einer Stunde.
Ein Dunkelretreat für zwei Wochen
Wenn das Dunkelretreat nicht nach einer Woche endet, sondern die Teilnehmenden zwei Wochen eingeplant haben, liegt der größte Gewinn darin, dass sie mehr Zeit haben. Obwohl 99% der Teilnehmenden sagen, sie hätten keine Erwartungen gehabt, haben sie bei einem Dunkelretreat von 14 Tagen eben keine Eile und setzen sich nicht unter Druck. Den Gewinn von zwei Wochen gegenüber einer beschreiben die Teilnehmenden also als mehr Raum für sich selbst.
Ein Dunkelretreat für 7 Wochen
Das ist bisher das längste Dunkelretreat, das bei uns gemacht wurde, und wir können es nur empfehlen, wenn du dich wirklich nach einem Aufenthalt dieser Länge sehnst und spürst, dass es so sein soll. Ein Dunkelretreat nach 2 Monaten endet normalerweise morgens vor der Dämmerung, und die Gewöhnung an das Licht verläuft fast genauso wie nach einer Woche.
Abschließend können wir sagen: Es ist nicht so, dass eine Woche besser ist als 3 Tage oder ein Monat besser als eine Woche. Die Dauer des Aufenthalts ist individuell und hängt von jedem einzelnen Teilnehmenden ab.
Statistisch gesehen wählen 98% der Teilnehmenden eine Dauer von 1 Woche.



