Liebe Freundinnen und Freunde der Dunkelretreats,
ihr kommt zu uns aus verschiedenen Teilen des Landes und sogar aus dem Ausland. Ihr kommt in unterschiedlichen Lebensphasen, im Alter zwischen 18 und 85 Jahren, und unterschiedlich weit auf eurem Lebensweg – anders gesagt: Manche von euch sind schon länger auf dem spirituellen Weg, andere noch nicht so lange.
Dunkelretreat im Hier und Jetzt
Eine Wandlung des Bewusstseins ist möglich, indem man die Gegenwart so erlebt, wie sie ist. Ohne Vergleich mit der Vergangenheit, ohne Ängste vor der Zukunft oder melancholische Vorstellungen hineinzumischen. Deshalb sagen wir jedem von euch schon vor dem Dunkelretreat, dass der Atem der Schlüssel ist, um dem Körper Aufmerksamkeit zu schenken. Wenn du deinem Körper Aufmerksamkeit schenkst, erlebst du die Gegenwart.
Viele Teilnehmende beschreiben einen Zustand, in dem sie dank des Atmens und des Erlebens der Gegenwart grundlose Freude und Liebe gespürt haben, einfach so …. aus dem Sein heraus, aus der Tatsache, dass sie existieren.
Es geht nicht darum, die Gedanken abzuschalten, das geht auch gar nicht. Es geht darum, dem Aufmerksamkeit zu schenken, was hier und jetzt ist. Und wenn Gedanken oder Gefühle kommen und du dich auf Atem und Körper konzentrierst, dann können die Gedanken und Gefühle auch wieder gehen, sie können gleichsam vorbeiziehen, durchziehen wie Rauch durch den Schornstein oder wie ein Einzelner durch die Menge.
Wissen als Hindernis für die Gegenwart
Es kommen auch diejenigen unter euch, die schon länger auf dem spirituellen Weg sind und vielleicht seit Jahren oder Jahrzehnten nach Glück, Freude und Liebe suchen. Oft sind das sehr gebildete und kenntnisreiche Menschen, und gerade sie tappen häufig in die Falle des Wissens.
Zu wissen, wie etwas ist, ist etwas anderes, als es zu leben.
Es ist ähnlich wie mit dem Essen, das in der Dunkelheit intensiver schmeckt: Wenn deine Augen das Essen sehen, bevor du es kostest, weiß der Verstand eigentlich schon, wie es schmecken soll, und deshalb ist es keine Überraschung.
Deshalb kannst du dich beim Dunkelretreat selbst erforschen und auf Gedanken und Worte achten wie: „Das weiß ich“, „Das kenne ich“ oder „Ja, ja, das hab ich gelesen“.
Es ist, als würde es unserem Verstand reichen, etwas zu wissen, und zum Erleben kommt es gar nicht mehr – und deshalb leidest du weiter.
Was tun?
Nichts 🙂 Atmen und es sein lassen, es erledigt von selbst, was es braucht.
Dadurch entwickelst du auch das Vertrauen, dass geschieht, was geschehen soll, und dass es so in Ordnung ist.
Wir heißen Teilnehmende mit und ohne Vorwissen gern willkommen, denn wir glauben, dass das Dunkelretreat für jeden ist, dass jeder genau das bekommt, was er bekommen soll, und es ist uns eine Ehre, dabei sein zu dürfen <3



